Walter Wilhelm (1928-2002)

Walter Wilhelm, von dessen  bahnbrechendem und berühmtem Buch "Zur juristischen Methodenlehre im 19. Jahrhundert"  (Frankfurt 1958)  1975 in Mailand eine italienische, 1980 in Madrid eine spanische und 1989 in Stockholm eine schwedische Ausgabe erschienen, war einer der begabtesten Schüler vonHelmut Coing und in der Gründungs- und Aufbauphase des Max Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte Coings wichtigster und einflußreichster Mitarbeiter, insbesondere auch bei dessen Forschungen zur Wirkungsgeschichte des römischen Rechts. Er wurde 1970 mit seiner Berufung zum Wissenschaftlichen Mitglied des Instituts offizieller Vertreter des Gründungsdirektors und war von 1980 bis 1987 zusammen mit Dieter Simon dessen Nachfolger.  Dieter Simon hat ihm in der neuen Instituts-Zeitschrift "Rechtsgeschichte" Band 2 (2002) S. 142-150 "Eine Erinnerung" gewidmet, die hinsichtlich der Umstände, unter denen Wilhelm den Tod fand, einer Richtigstellung bedarf. Todesursache war die unerwartete Ruptur eines zuvor nicht bekannten Aortenaneurysma's im Halsbereich. Alkoholmißbrauch kann weder die Bildung eines Aortenaneurysma's noch dessen Ruptur hervorrufen noch bei unerwarteter Ruptur den fast immer fatalen Verlauf wesentlich beeinflussen. Walter Wilhelm starb in seinem Wohnzimmer - in seinen  Kleidern.



Frankfurt am Main, Mai 2003     Hans Erich Troje